Mitte der 50er Jahre machte dem Kommando der Feuerwehr Herzberg ein Rückgang der Mitglieder zunehmend Sorgen, so Nele Steffanowski (Gruppenführerin in der JF) und Luca Gödecke (stellv. Gruppenführer) bei der Vorstellung der Chronik anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Jugendfeuerwehr Herzberg am Harz.

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Nele Steffanowski und Luca Gödecke

Nachdem ab 1957 zwei Söhne aktiver Feuerwehrmitglieder in selbst genähten Uniformen an öffentlichen Terminen teilnahmen, beauftragte 1959 Stadtbrandmeister Erich Fuchs Löschmeister Helmut Thies mit der Gründung der ersten Jugendfeuerwehr im damaligen Landkreis Osterode am Harz.

In der Anfangszeit mussten für die 10 Jugendlichen im Alter von 8 – 14 Jahren alte Uniformen von den Müttern passend umgenäht werden.In den darauffolgenden Jahren konnte eine TS2/5 mit Saugleitungen und Saugkorb beschafft werden. 7 D-Schläuche, 3 D-Strahlrohre und ein neu in den Handel gekommener C-DCD Verteiler, gekauft aus Mitteln fördernder Mitglieder, komplettierten die Ausrüstung der Jugendfeuerwehr.

  1959 Gründung 1  1959 Gründung 2

Zu dieser Zeit gab es im damaligen Landkreis Osterode noch keine Jugendfeuerwehr somit befand man sich, was die Jugendarbeit in der Feuerwehr anging, auf absolutem Neuland. Man beschränkte sich in der Ausbildung auf die reine Grundausbildung.

1960 JF Marktplatz 8a
Schauübung der JF 1960 auf dem oberen Marktplatz in Herzberg

ersten Wettkämpfe in Herzberg
1964 erste Wettkämpfe auf dem Sportplatz (Hier steht heute die Sparkasse, im Hintergrund der Bahndamm)

Die Jugendfeuerwehr Herzberg ist heute, nach der Jugendfeuerwehr Lerbach, die älteste im Landkreis Göttingen. Anlässlich des Jubiläums fand am Freitag den 28.06.2019 eine Feierstunde im Martin-Luther-Haus statt.

Als Gäste konnte Ortsbrandmeister Uwe Bock, den stellvertretenden Landrat Dr. Andreas Philippi, Kreisrätin Marlies Dornieden, Bürgermeister Lutz Peters mit seinem Stellvertreter Ulrich Schramke sowie Fachbereichsleiter Wolfgang Nünemann begrüßen.

Vom Feuerwehr- und Verkehrsausschuss waren der Vorsitzende Herbert Hoeft, der stellvertretende Vorsitzende Martin Asche, sowie der ehem. langjährige Vorsitzende Erwin Kaltenhäuser gefolgt.

Aus Reihen der Feuerwehr waren Stadtbrandmeister Gerd Herrmann, Kreisbrandmeister Volker Keilholz mit seinen beiden Stellvertretern Karsten Krügener und Karsten Beuermann, sowie der Abschnittsleiter und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverband Osterode am Harz Martin Dannhauer ins Martin-Luther-Haus gekommen.

Die Jugendfeuerwehr wurde durch Kreisjugendfeuerwehrwart Alexander Otte mit seiner Stellvertreterin Sybille Engelmann, sowie Abschnittsjugendwartin Inken Lyko mit Stellvertreterin Kristin Rosenthal und Stadtjugendwartin Mirja Apel vertreten.

Für die Notfallseelsorge war Pastor Horst Reinecke anwesend.

Nach der Begrüßung dankte Uwe Bock dem Jugendwart Florian Becker für die Planung und Organisation des Jubiläums und übergab die Moderation für den Rest des Abends in seine Hände.

Die Betreuer unter der Führung der stellvertretenden Jugendfeuerwehrwartin Katharina Bick hatten sich ebenfalls auf den Abend vorbereitet und überreichten der Jugendfeuerwehr als Geschenk ein Modell des ehemaligen LF 16-TS welches von der Jugendfeuerwehr genutzt wurde.

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v.l.n.r. Volker Carl, Jonas Beck, Marvin Carl, Katharina Bick, Marvin Diedrich, Lennart Grotheer
Die Betreuer der JF und Erbauer des Modells des LF16-TS

Die Grußworte eröffnete der Stellvertretende Landrat Dr. Andreas Philippi. Er betonte, sowohl in seiner Funktion als stellvertretender Landrat als auch als Bürger der Stadt Herzberg, wie wichtig die Jugendfeuerwehr für den personellen Fortbestand der Feuerwehr ist.
Feuerwehr ist ein „Grundgesetz" für die Politiker im Landkreis Göttingen. Die freiwilligen Einsatzkräfte werden in jeder Art und Weise bei den Notwendigkeiten unterstützt, so Dr. Philippi weiter.
Auch nach seinen Recherchen ist die Jugendfeuerwehr Herzberg nach Lerbach die älteste Jugendfeuerwehr in Südniedersachsen. Auch er wollte als Kind immer Feuerwehrmann werden.

Er beobachtet mit Sorge, die derzeit gesellschaftliche Entwicklung. Immer wieder werden Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei bei der Ausübung ihrer Tätigkeit behindert oder sogar angegriffen. Die Retter brauchen Schutz, auch durch Zivilcourage der Bevölkerung.
Am Ende bedankte er sich für die geleistete Arbeit mit einem „Harzlichen Glück auf".

Bürgermeister Lutz Peters dankt den Mitgliedern des Orts- und Stadtkommandos für die Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit. Die Jugendlichen lernen bei der Feuerwehr vieles für ihr späteres Leben. Er bedankt sich bei allen Betreuern, unabhängig der Amtszeit für die geleistete Arbeit.
Die Jugendfeuerwehr existiert nicht nur in Herzberg, sondern kooperiert auch immer mit den umliegenden Ortschaften. Ein Grund, warum viele sehr gerne wieder in unsere Gegend zurückkehren möchten, sind die Strukturen hier in der Region. Die Feuerwehr trägt hier einen großen Anteil dazu bei und ist zum Teil identitätsstiftend und sehr heimatverbunden. Ihm wird häufig berichtet, dass die Mitglieder eine hohe berufliche Wertschätzung bei den ortsansässigen Firmen genießen.

Die Jugendfeuerwehr ermöglicht einen Einblick in die Technik und ist ein wichtiger und prägender Bestandteil der Jugend, so Kreisbrandmeister Volker Keilholz. Sie ist eine gute Einrichtung um Erfahrungen zu sammeln. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass Jugendliche Anlaufstellen haben wo sie sich beteiligen können und auch gefordert werden. Mit Aufstellung der Kinderfeuerwehren wird ein Einstieg in die Jugendfeuerwehr geschaffen.

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Kreisbrandmeister Volker Keilholz

Er dankte den Gründern von vor 60 Jahren für Ihren Weitblick. Einen besonderen Dank richtet er an die Jugendwarte und Betreuer, die diese Tätigkeit zusätzlich zu Ihrem normalen Einsatz- und Ausbildungsdienst leisten. Im Namen der Kreisfeuerwehr gratuliert er der Jugendfeuerwehr zum Jubiläum.

Stadtbrandmeister Gerd Herrmann gratulierte ebenfalls zum Jubiläum. Es gibt verschiedene Wege an Wissen zu kommen, durch Nachdenken, durch Nachahmen und Erfahrungen. Es geht bei der Jugendfeuerwehr mehr als um Spiel und Spaß, so Herrmann, es werden Werte, Kameradschaft und Nächstenliebe vermittelt.
Jedes Mitglied muss sich auf den Anderen verlassen können. Der Beistand in der Not ist es, der den Feuerwehren einen großen Respekt in der Öffentlichkeit einbringt. Diese Werte werden in der Jugendfeuerwehr vermittelt. Die Bürgerinnen und Bürger können sich, aufgrund Ihrer guten Kinder- und Jugendarbeit, auch in Zukunft auf die Feuerwehr Herzberg verlassen.

Im Jahr 1959 war Konrad Adenauer Bundeskanzler, die Firma Mattel brachte die erste Barbie auf den Markt, das Kindergeld wurde von 30 auf 40 DM angehoben und das erste Luftkissenboot überquerte im Liniendienst den Ärmelkanal so Martin Dannhauer, 1. Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Osterode und Abschnittleiter für den Bereich des ehemaligen Landkreises Osterode. Im gleichen Jahr wurde in Herzberg die Jugendfeuerwehr gegründet, so Dannhauer weiter. Diese bietet den Mitgliedern ein abwechslungsreiches Angebot an Ausbildungsdiensten, Freizeiten und Zeltlagern und trägt damit sehr zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben bei. Er wünscht den Jugendlichen bei ihrem anstehenden Zeltlager im Südseecamp in der Lüneburger Heide viel Spaß und Freude.

Der Vorsitzende des Feuerwehr- und Verkehrsausschusses der Stadt Herzberg, Herbert Hoeft betonte, dass 60 Jahre ein berechtigter und starker Grund zum Feiern sind. Es war ein guter Umstand, dass damals die Führungskräfte die Weitsicht hatten die Jugendfeuerwehr zu Gründen. Helmut Thies und seinen damaligen Mitstreitern gebührt Dank und Anerkennung. Er wünscht den Jugendlichen immer gesunde Heimkehr nach jedem Dienst.

Rainer Sause, von der Herzberger Schützengesellschaft, zitiert aus Schillers Glocke über die Macht des Feuers. Er weiß aus eigener Erfahrung zu berichten, wie schwer es in der heutigen Zeit ist Jugendliche für die ehrenamtliche Tätigkeit zu motivieren.

Markus Olbrich von der Polizei Herzberg bedankt sich für die Einladung und wünscht der Jugendfeuerwehr Herzberg alles Gute zum Jubiläum. Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Polizei ist vorbildlich.

Ebenfalls „Happy Birthday" sagten an diesem Abend auch Kreisjugendfeuerwehrwart Alexander Otte mit seiner Stellvertreterin Sybille Engelmann. Die beiden hatten an diesem Abend zwei besondere Ehrungen der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr zu überreichen.

Brandmeister Helmut Thies, Initiator und Gründungsjugendfeuerwehrwart im Jahr 1959 wurde von Alexander Otte mit dem „Ehrenzeichen der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr" ausgezeichnet.

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Weiterhin wurde dem aktuellen Jugendfeuerwehrwart Brandmeister Florian Becker die „Floriansmedaille" der Niedersächsischen Jugendfeuerwehr verliehen.

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Weiterhin wurden an dem Abend die Gründungsmitglieder Heino Schünemann und Wolfgang Heske mit dem Ehrenzeichen für „60-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr" des Landesfeuerwehrverbands Niedersachsen ausgezeichnet.

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v.l.n.r.  Wolfgang Heske, Heino Schünemann und Martin Dannhauer

In seinem Schlusswort erinnerte Florian Becker an alle Mitglieder, die in der Jugendfeuerwehr waren. Ihm hat die Arbeit mit allen Betreuern immer Spaß gemacht. Er bedankt sich bei den Anwesenden für ihr Erscheinen und für die überreichten Geschenke. Danke an alle die, die der Jugendfeuerwehr immer zur Seite stehen. Dank an die Verwaltung der Stadt Herzberg, dem Stadt- sowie Ortskommando und natürlich der Dank an die Jugendlichen, dass Diese immer „zur Stange gehalten" haben.

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