(Herzberg, 25.01.2020, MH) Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung trafen sich die Mitglieder der Feuerwehr Herzberg am Samstag, 25.01.2020 im Hotel „Englischer Hof“.

Als Gäste konnte Ortsbrandmeister Uwe Bock neben Stadtbrandmeister Gerd Herrmann, den Abschnittsleiter Martin Dannhauer und den stellvertretenden Bürgermeister Ulrich Schramke auch Raimund Päckers vom Fachbereich II der Stadt Herzberg sowie den Vorsitzenden des Feuerwehrausschusses Herbert Hoeft als Gäste begrüßen. Die Polizei wurde durch den Leiter der Herzberger Polizeistation Hauptkommissar Frank Grube vertreten. Weiterhin begrüßte Uwe Bock die Abordnungen der Feuerwehren der Stadt Herzberg sowie aus Osterode und Bad Lauterberg.

Mit 152 Einsätzen, so Uwe Bock in seinem Bericht für das Jahr 2019, wurden die Zahlen des Vorjahres nochmals übertroffen. Neben 38 Brandeinsätzen, 74 technischen Hilfeleistungen musste die Feuerwehr u.a. auch bei 21- Fehl und Täuschungsalarmen und 15 Brandsicherheitswachen und Verkehrsabsicherungen tätig werden.

Die Anzahl der Fehl- und Täuschungsalarme ist im Vergleich zu Vorjahr konstant geblieben. Während die Zahl der Brandeinsätze auf 38 anstieg, ist die Zahl der Hilfeleistungen leicht zurückgegangen.

In seinem Bericht ging Uwe Bock auf mehrere größere Einsätze des vergangenen Jahres ein. Dazu gehörten ein schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person auf der Kreisstraße Richtung Osterode, eine mehrtägige Personensuche im Bereich der Hanskühnenburg und ein Brand im Industriegebiet Aue, bei dem neben aller Feuerwehren der Stadt Herzberg auch weitere auswärtige Kräfte zum Einsatz kamen. Ein weiteres Dauerthema im letzten Jahre war die wanderlustige Schwanenfamilie auf dem Juessee.

Hinzu kamen die Dienst- und Ausbildungsabende, Teilnahme an Veranstaltungen, Renovierungsarbeiten im Feuerwehrhaus, Fahrzeug- und Gerätepflege. So wurden in Eigenleistung im Schulungsraum die defekte Beleuchtung ausgetauscht und die Wände gestrichen.

Er bat um Verständnis, dass die Feuerwehr im vergangenen Jahr einigen Anfragen und Einladungen aus zeitlichen Gründen nicht nachkommen konnte und auch zukünftig nicht überall präsent sein kann. Aufgrund der Belastung für die Kameradinnen und Kameraden muss die Feuerwehr dazu übergehen sich auf die ihre Kernaufgaben zu beschränken, so Uwe Bock weiter.

Zu bemängeln ist, dass neben der bislang nicht erneuerten Trinkwasserleitung im Feuerwehrhaus die Einführung des Verwaltungsprogramms „FeuerOn“ nicht zur erhofften Erleichterung geführt hat. Während in anderen Kommunen die Datenpflege durch Mitarbeiter der Verwaltung übernommen wird, musste bislang eine Schulung für Ehrenamtlichen an einem Vormittag ausreichen.

Erfreulich ist, so der Ortsbrandmeister, dass die lange Planungsphase zur Beschaffung der neuen Drehleiter abgeschlossen werden konnte. Auf die erfolgreich beendete Ausschreibung folgte ein erstes Planungstreffen bei der Herstellerfirma in Ulm. Er dankt allen, die an der Beschaffung beteiligt waren, sie habe einen großen Beitrag zur Sicherheit der Herzberger Bürgerinnen und Bürger geleistet.

Ebenso hat die Stadt Herzberg im Jahr 2019 begonnen neue Schutzbekleidung für die Atemschutzgeräteträger zu beschaffen. Weiterhin wurde das nötige Equipment zur Programmierung der Digitalen Meldeempfängern, umgangssprachlich „Pieper“ genannt, beschafft und zwei Kameraden an den dafür notwendigen Programmen ausgebildet.

Zum Jahreswechsel hat die Feuerwehr Herzberg 67 Mitglieder in der Einsatzabteilung, dazu kommen 8 Doppelmitglieder, die zusätzlich zu Ihrer Heimatfeuerwehr in Herzberg an Einsätzen und Ausbildungsdiensten teilnehmen. Die Altersabteilung besteht aus 15 Kameraden, weiterhin 12 passive Mitglieder und 197 Mitglieder im Förderverein. Zusätzlich zu Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Feuerwehr Herzberg unterstützen 15 Kameraden die Kreisfeuerwehr in den Fachzügen Wassertransport und Gefahrgut.

Von den Mitgliedern wurden im Jahr 2019 drei Lehrgänge „Absturzsicherung“ an der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises Göttingen in Potzwenden sowie  9 Lehrgänge an der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz in Celle  besucht.  

Im Jahr 2020 stehen das 10-jährige Jubiläum der Kinderfeuerwehr sowie die Indienststellung der neuen Drehleiter auf der Agenda. Leider konnte die bauausführende Firma bislang noch keinen festen Liefertermin nennen. Weiterhin werden die Trinkwasserleitung und sanitären Einrichtungen im Feuerwehrhaus erneuert.
Zum Schluss seinen Berichtet dankt Uwe Bock, den Mitgliedern der Feuerwehr sowie Rat und Verwaltungen für die gute Zusammenarbeit,  sowie bei den über 500 Spendern für Ihre Unterstützung.

Jugendfeuerwehrwart Florian Becker ging in seinem Bericht auf das 60-jährige Jubiläum im vergangen Jahr ein. Neben Festkommers und Familientag war das Zeltlager im „Südsee-Camp“ in der Lüneburger Heide eines der Highlights. Der 24-Stunden Ausbildungsdienst war aus dem Jahresplan ebenso wenig wegzudenken wie die Zusammenarbeit mit anderen Jugendfeuerwehren. Zum Jahreswechsel bestand die Jugendfeuerwehr in Herzberg aus 19 Jugendlichen davon 4 Mädchen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren.

Die Kinderfeuerwehr besteht derzeit aus 21 Jungen und 6 Mädchen im Alter zwischen 6 und 10 Jahren, so Kinderfeuerwehrwartin Angelina Zier in ihrem Bericht. Im Jahr 2019 nahmen die „Löschzwergen“ anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Kinderfeuerwehr Scharzfeld an einer Dorfrally teil. Weiterhin besuchten sie die Polizeistation in Herzberg und führte eine Tagesfahrt in den Freizeitpark „Rasti-Land“ durch. Für den 2. Platz beim Malwettbewerb des Fördervereins der Kreisjugendfeuerwehr erhielten die Löschzwerge einen Gutschein für das Regenbogenland in Bad Sachsa im Wert von 150,00 Euro. Die Kinderfeuerwehr wird in diesem Jahr ihr  10-jähriges Bestehen feiern. Das Erfolgsprojekt „Kinderfeuerwehr“ kommt mittlerweile in der Einsatzabteilung an, so Angelina Zier, während die ersten ehemaligen Mitglieder der Kinderfeuerwehr bereits in den aktiven Dienst übergetreten sind, werden in diesem Jahr sechs weiter Jugendlichen folgen.

Im Jahr 2019 ist es zu drei meldepflichtigen Unfällen gekommen, berichtete der Sicherheitsbeauftragte Dr. Thomas Wündrich. Eine besondere Situation stellte die Personensuche im April im Bereich der Hanskühnenburg dar. Während im Tal bereits der Frühling Einzug gehalten hatte mussten die Fahrzeuge in den Höhenlagen noch vorsichtig über verschneite und teilweise vereiste Wege fahren. Weiterhin fand im Frühjahr fand Treffen der Stadt-, Gemeinde- und Kreissicherheitsbeauftragte der Landkreise Göttingen und Northeim im Feuerwehr Herzberg statt.

Zum Beginn seinen Berichts appelliert Gerätewart Michael Steffanowski, darüber nachzudenken die Fahrzeuge nicht mehr nach 30 Jahren sondern aufgrund der gestiegenen Einsatzbelastung bereits nach 20 Jahren zu erneuert. Im letzten Jahr musste der VW Bus mehrfach zu Rückrufaktionen in die Werkstatt. Beim Einsatzleitwagen wurde der Zahnriemen und beim Löschfahrzeug 20 die Vorderreifen und Batterien erneuert. Nach der jährlichen Prüfung wurde die Drehleiter 5 Tage außer Betrieb genommen, da ein Schaden an einem der Stahlseile festgestellt und behoben werden musste. Hierbei unterstützten die Gerätewarte ehrenamtlich den Techniker der Herstellerfirma. Zahlreiche andere Reparaturen und Wartungen, nach Einsätzen und Übungsdienten forderten die Gerätewarte. Neben Fahrzeugen und Gerätschaften gehören auch Schäden im Feuerwehrhaus zum deren Aufgabengebiet.

Ohne die zahlreiche Unterstützung durch die Mitglieder der Einsatzabteilung wäre die Arbeit nicht leistbar, so Steffanowski. Während in den anderen Schwerpunktfeuerwehren im Landkreis Göttingen hauptamtliche Gerätewarte einen großen Teil der Arbeit übernehmen, wird diese in Herzberg ausschließlich durch ehrenamtliche Kräfte geleistet.

In seinem Grußwort ging Stadtbrandmeister Gerd Herrmann auf das Einsatzgeschehen der Feuerwehren der Stadt Herzberg ein, die 212 Mitglieder der Einsatzabteilungen wurden 2019 zu über 200 Einsätze gerufen. Er gibt dem Gerätewart recht über eine frühzeitige Neubeschaffung der Einsatzfahrzeuge nachzudenken. Weiterhin dankt er dem Fachbereich II sowie dem Feuerwehrausschuss der Stadt Herzberg für die gute Zusammenarbeit. Die erste Tranche der angesprochenen Schutzbekleidung ist angekommen und wird in den nächsten Tagen an die Einsatzkräfte ausgegeben. Jede Feuerwehr im Stadtgebet wird ebenfalls mit einer „Atemschutznotfalltasche“ ausgestattet.

Abschnittsleiter und 1. Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverband Osterode Martin Dannhauer dankt den Förderern der Feuerwehr für die Spenden zur neuen Drehleiter. Er ging in seinem Bericht auf aktuelle Themen der Kreisfeuerwehr ein. Dazu gehörten die Reduzierung und Neugliederung der Brandschutzabschnitte, die Einführung der neuen Jugendfeuerwehrordnung, das Projekt „Feuerwehr in der Schule“ sowie die Beschaffung von Fahrzeugen. Beim letzten Thema gibt es unterschiedliche Meinungen, während der Landkreis eine Lösung mit Abrollbehälterfahrzeugen präferiert bevorzugen die Feuerwehren klassische Fahrzeuge auf jeweils eigenen Fahrgestellen.
Neben der Messe „Interschutz“ sorgt auch der Deutsche Feuerwehrtag mit zahlreichen Veranstaltungen in Hannover dafür, dass in der Zeit sämtliche Betten im Umkreis von 80 km ausgebucht sind.

Markus Herzberg, 2. Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands informierte die Anwesenden über die aktuelle Situation der Sterbekasse. Er freut sich weiterhin auf die Zusammenarbeit mit der Stadt Herzberg, kam aber nicht umhin zu bemerken, dass er den Bürgermeister auf der Versammlung vermisste.

Raimund Päckers, vom Fachbereich II der Stadt Herzberg überbrachte die Grüße des Bürgermeisters und der Verwaltung und ging kurz auf die bereits angesprochenen Investitionen im Jahr 2020 ein.

Hauptkommissar Frank Grube, seit 2019 Leiter der Polizei Herzberg, bedankt sich für die Einladung und lobt die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und Feuerwehr in Herzberg.

Die Grüße des Feuerwehrausschusses und des Rates der Stadt Herzberg überbrachte Herbert Hoeft, er dankt den Mitgliedern für Ihren ehrenamtlichen Einsatz. Unsere Feuerwehr ist ein Garant für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger bei Bränden und Hilfeleistungen.

Bei den anschließenden Wahlen wurden Sebastian Schulze, Jan Hainich und Marvin Dietrich als Delegierte für den Kreisfeuerwehrverbandstag, Marvin Dietrich zum neuen Kassenprüfer und Lennard Grotheer auf Vorschlag der Jugendfeuerwehr zum neuen stellvertretenden Jugendfeuerwehrwart gewählt.

Weiterhin wurde Ortsbrandmeister Uwe Bock einstimmig von der Versammlung in seinem Amt bestätigt und dem Stadtrat zur Ernennung für weitere 6 Jahre zum Ortsbrandmeister vorgeschlagen.

Mit Erreichen den 16 Lebensjahres wurden Sean-Paul Kaczmarczyk und Lukas Kurze von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen.

Beförderungen zum
Feuerwehrmann Anwärter:     Sean-Paul Kaczmarczyk, Lukas Kurze und Toni Lerch
Oberfeuerwehrmann:             Marvin Hein und Hendrik Picht
Hauptfeuerwehrmann            Marco Dittmann und Patrick Förste        
Hauptlöschmeister:                Niklas Fuchs und Dr. Thomas Wündrich      

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